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Heinrich Berger - ein preussischer Rocketeer in Hawaii

Heinrich Berger
Heinrich Berger

„Vater der hawaiischen Musik“, so nannte ihn keine andere als Königin Liliʻuokalani. Eine hohe Ehre für einen Deutschen. Berger wurde als Heinrich August Wilhelm Berger am 4. August 1844 in Berlin geboren und starb am 14 Oktober , 1929 in Honolulu. Doch wie gelangt ein deutscher Bursche, der im Volksmund als Henri Berger bekannt war, in seinem Leben auf´s paradiesische Hawaii?

 

Henri wuchs in Coswig auf und wurde später ein deutscher Militärmusiker. Er arbeite eine Zeit unter dem Komponisten Johann Strauss Jr., der beim preussischen Kaiser Wilhelm I in Diensten war. Als King Kamehameha offiziel um Hilfe aus Europa bat, einen Kapellmeister zu senden, sandte Preussen Henri nach Hawaii, um die Royal Hawaiian Band zu leiten.

 

Nachdem Henri für einige Jahre in Hawaii seine Künste gezeigt hatte, wurde er 1877 von King Kalākaua zum Kapellmeister der Royal Hawaiian Band (Königlich Hawaiischen Blaskapelle ) ernannt. Und 1879 wurde er ins königliche Reich Hawaiis eingebürgert. 

Später bildete sich eine enge Freundschaft mit  Königin Liliʻuokalani.  In den folgenden Jahren komponierte er viele Melodien für die Lieder, die die Königin schrieb. Sie war es auch, die ihm den Namern "Father of Hawaiian Music" (Vater der hawaiischen Musik) gab.

 

Als Kapellmeister arbeitete er von 1893 bist 1903 nicht nur viel mit den Kamehameha Schulen sondern auch mit der Honolulu Symphony, dessen Gründer er war. Er leitete tausende von öffentlichen Konzerten. Am Ende seiner Karriere machte er es sich zum Ziel, traditionelle hawaiische Hymnen, Gesänge und hawaiische Musik im Allgemeinen aufzunehmen und schriftlich festzuhalten, um sie für nächste Generationen zu verewigen. Eine Arbeit, die vorher noch keiner gewagt hatte. Zur selben Zeit komponierte Henri Berger viele klassische Lieder,  die immer noch in Hawai'i zu hören sind. Dazu gehören Lieder wie "The Hula March", "Hilo March", "Kohala March" und "Sweet Lei Lehua." 

Seine ursprüngiche Komposition der Hymne von Kamehameha wurde später mit dem Text von David Kalākaua „Hawaiʻi Ponoʻi“ zur Hymne des Königreiches. Heute dient sie als Staatshymne des US Bundesstaates Hawai'is und ist oft bei offiziellen Veranstaltungen zu hören.  Als ich sie zum ersten Mal gehört hatte, war ich erstaunt, wie bekannt die Melodie klang. Doch das lag schlicht daran, dass Berger viel deutsche und österreichische Aspekte in seine Musik einfließen ließ und durch das Vermischen mit Traditionen aus Hawaii einen eigenen Stil und somit viele Unikate kreierte. Seine exzellente Kompositionen trugen viel zu seiner Beliebtheit bei. Hinzu rief er interessante Traditionen, wie das Empfangen von wichtigen Personen mit Musik von der Royal Hawaiian Band bei Ankunft mit dem Schiff im hawaiischen Hafen, ins Leben.

 

Mit seinen Aufzeichnungen historischer Gesänge, seiner Arrangements für hawaiische Musik und das Niederschreiben und Veröffentlichen von der Musik im Druck trug er viel zur Musikgeschichte von Hawaii bei. 

Zum Glück bliebt die Royal Hawaiian Band auch nach dem Sturz der Königin Liliʻuokalani bestehen, obwohl viele andere Symbole des Königreichs Hawaiʻi während der kurzen Phase der „Republik Hawaiʻi“ schlichtweg beseitigt wurden.  Die feierliche Annexion am 12. August 1898 war gerade für die Hawaiier in der Kapelle ein besonders trauriger Moment. Sie durften unter Aufsicht Henris die Zeremonie vorzeitig verlassen. Seit 1905 leitet die Stadt Honolulu die Royal Hawaiian Band und ist für die Ernennung der Dirgenten veranwortlich.

 

 

Ich hatte die Ehre den ehemaligen Dirigenten der Royal Hawaiian Band und guten Freund Deutschlands, sogar Träger des Bundesverdienstkreuzes,  Aaron Mahi zu treffen und als Freund zu schätzen. 

Er leitete die Kapelle über 24 Jahre, doch habe ich ihn meistens bei seinen wöchentlichen Auftritten im Mariott Hotel in Waikiki, wo er mit  George Kuo und Martin Pahinui traditionelle Musik aus Hawaii singt, fröhlich erlebt, oder schlichtweg geplaudert, wenn wir uns getroffen haben. Er symbolisiert Aloha mit seinem offenen, gebenen, grossen Herzen. Auch Aaron hat viel für die deutsch-hawaiische Bindung in der Musik beigetragen. Er war gut mit dem ehemaligen Honorarkonsul Deutschlands in Hawaii Peter Schall befreundet  und sprach auch später bei der Einschwörung des derzeitigen Ehrenbotschafters Deutschlands Denis Salle das Gebet. "Hawaiian blessings" spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in der Gesellschaft in Hawaii. Wenn Du mal an einem Sonntag Abend in Honolulu sein solltest, gehe bitte ins Mariott Hotel und bestell Aaron einen schönen Gruß von Jens. 

 

Die letzte Ruhestätte Heinrich Bergers befindet sich auf dem Friedhof der Kawaiahaʻo Church im Herzen von Honolulu in der Nähe des Iolani Palastes. Die Dankbarkeit an den deutschen Musiker ist noch heute lebendig. Zum 130. Jahrestag der Ankunft Bergers erschiene eine Serie von Briefmarken zu seinen Ehren.

 

Jens

 

Der Aloha Botschafter

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